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Wenn der Wahnsinn im Gegensatz zur Dummheit die Spannung zwischen Genialität des Geistes und Trägheit der Materie ausdrückt, stellt er eine Sprache dar, deren unablösbarste Eigenschaft die Kommunizierbarkeit sein müsste, die nicht gegeben ist da der Wahnsinn sich dem Diskurs entzieht. Eine absichtsvolle Handlung, aus der Trickkiste arrangiert, deren Wirkpotentiale ausgeschlossen und durch die damit einhergehende Absorption entkräftet sind. Wenn dies nun von fadenscheiniger bis transparenter Absurdität das gesamte Spektrum der Unverständlichkeiten abdeckt, sei dem Widerspruch genüge getan. Einmal auf der Nebenrechnungsliste anmerken, bitte: Dialektik ist der nicht ausgetragene Auflösungsversuch der Unvereinbarkeiten in der Zeit. Doch wir sagen: Das Unverträgliche koexistiert. Dies ist ihre Chance. Der Wahnsinn ist das Sinnstiftungspotential der statisiert-motorlosen Gesellschaft. Aber die Nuancen dürfen sie nicht vergessen. Sehen sie. Der Text stimmt nicht mehr. Er ist nicht mehr schlüssig.

Ein Schritt zurück. Ist nun ein Diskurs im Wahnsinn automatisch Wahnsinn, ist dieser tautologisch wie Kunst und Mathematik, und müsste auf Axiomen aufbauen. Dann gäbe es auch wahren oder falschen Wahnsinn. Da dies nun Wiedersprüche produziert ist der Ansatz zur unmöglichen Möglichkeit den Wahnsinn zu besprechen geschaffen. Konklusion: ist Sprache über den Wahnsinn automatisch Wahnsinn, entzieht sich diese Rede per definitionem der Kommunizierbarkeit und ist damit nicht möglich. Es bleibt somit das Sprechen über sich selbst als isoliert-solipsistische Letzthandlung. Jeder Fehler im Text ist der diagnostizierten Problematik geschuldet.

 

Bild 7

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